Selbstverständnis

Im „Netzwerk für aktive Vaterschaft“ beteiligen sich Einrichtungen, Institutionen und Einzelpersonen aus dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf, die in verschiedenen pädagogischen und sozialarbeiterischen Bereichen tätig sind. Die inhaltliche Klammer der Beteiligten am Netzwerk ist die persönliche und/oder professionelle Auseinandersetzung zum Thema „Väterarbeit“.

Väter sind auf verschiedenen Ebenen wichtig für die Erziehung des Kindes. Väter bringen durch ihre männliche Sozialisation andere Kompetenzen, Erfahrungen, Ideen und Wünsche in die Erziehung mit ein, die für das Kind eine vielfältigere Erfahrung ihrer Umwelt ermöglichen. Väter selbst lernen sich und ihre Umgebung durch eine engere Bindung zu ihren Kindern anders kennen und entwickeln sich charakterlich und persönlich weiter. Zudem reduziert die Verantwortungsübernahme der Vaterschaft gesellschaftliche Defizite in der Aufteilung von Arbeit, Freizeit und Familie zwischen Männern und Frauen.

Die grundlegende Erkenntnis der Wichtigkeit der Väter in der Erziehung und die damit verbundene Wertschätzung und Ansprache besitzt allerdings Lücken in der täglichen Praxis der sozialen Arbeit im Bezirk und darüber hinaus. Das Netzwerk ist ein Mittel und eine Plattform dieser grundlegenden Beobachtung entgegen zu wirken.

Unser Anliegen gilt den Rechten und Bedürfnissen von Kindern auf ihre Eltern. Vaterschaft bedeutet demnach Verantwortung zu übernehmen.

Die Vernetzung soll die vorhandenen Ressourcen der Beteiligten bündeln und so Synergieeffekte schaffen, die es für die Einzelnen erleichtern, sich in dem Themenfeld zu bewegen und zu positionieren. Das Netzwerk hat somit den Charakter einer Austauschplattform, die es ermöglicht sich über Fragen des Inhalts, der Akquise, der Sozialstruktur, der entsprechenden Bedarfe und der pädagogischen Ansätze auszutauschen. Die Arbeit mit Vätern bietet spezielle Fragestellungen, die in dem Netzwerk fachkundig erörtert werden können.

Zugleich wirkt das Netzwerk als ein Sprachrohr um bezirklich zu intervenieren und Forderungen zu formulieren, die die Struktur unserer Arbeit betreffen. Damit kann die Öffentlichkeit erreicht werden und eine Sensibilisierung für die Wichtigkeit von Vätern stattfinden. Wir interpretieren diese Aufgaben auch als politische Aufgaben, da die formulierten Haltungen nicht losgelöst von der Gesellschaft betrachtet werden können.

Wir möchten zudem die Arbeit mit Vätern und unsere Forderungen nicht in Konkurrenz zu oder als Parteinahme gegen Mütter in jeglicher Form verstanden wissen. Väterarbeit soll als gleichberechtigte Teilhabe in der Familienbildung verstanden werden. Damit einhergeht, dass wir keine finanzielle Konkurrenz zu bestehenden, anderen Töpfen sein wollen. Wir sehen uns in einem solidarischen Verhältnis zu anderen Trägern und Akteuren im Bezirk.

Ziele

Zielsetzung

  • Empowerment und Unterstützung für (werdende) Väter

  • Sensibilisierung und Wissensvermittlung zum Thema Vaterschaft im Bezirk (soziale Einrichtungen und Träger sowie in der allgemeinen Öffentlichkeit, RSD)

  • Diskursive und politische Positionierung für die gleichberechtigte Teilhabe von Eltern in der Familienbildung

  • Langfristige Finanzierung der jeweiligen Projekte zur Väterarbeit. Nur durch die langfristige Sicherung der Mittel ist es möglich auf spezielle Bedürfnisse von Vätern zu reagieren. Kontinuität ist gerade in diesem Feld ein besonders wichtiges Merkmal unserer Arbeit.

Zielgruppen

Die allgemeine Zielgruppe für uns sind Väter im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Es ist für uns jedoch wichtig, diese im Kontext des gesellschaftlichen- und Familienlebens zu betrachten und somit Perspektiven der Mütter und Kindern in unsere Arbeit als Ausgangsbasis einzubeziehen. Wir sind keine Väter-Lobby.

Darüber hinaus ziehen wir die Vielfalt der Väter in unserer Arbeit in Betracht: Väter können auch soziale Väter sein, also im weitesten Sinne männliche Bezugspersonen. Außerdem soll explizit eine defizitäre Sicht auf Väter im Bezirk vermieden werden, sondern die jeweiligen Stärken und Kompetenzen wertschätzend betont werden.

Besondere Zielgruppen sind:

  • Alleinerziehende Väter

  • Junge und minderjährige Väter

  • Väter in prekären Lebenssituationen (etwa: Bezug von staatlichen Hilfsleistungen, soziale Isolation, Arbeit in schlecht bezahlten Jobs, Schichtbetrieb,…)

  • Soziale Väter (Stiefväter, Patchworkfamilien,…)

  • Väter in Regenbogenfamilien (Hiermit sind nicht nur schwule Väter gemeint, sondern alle männlichen Personen, die eine Vaterrolle oder vaterähnliche Rolle im LGBITQ*-Kontext besitzen)

Methoden

Die aufgeführten Ziele sollen durch folgende Methoden erreicht werden:

  • Inhaltlicher Austausch innerhalb der Vernetzung

  • Öffentlichkeitsarbeit

    • Aufbau einer Website

      • Präsenz der anstehenden Angebote und Aktivitäten

      • Austausch in internem Bereich

      • Bereitstellung von allgemeinen Informationen

      • Bereitstellung der Information über inhaltliche Veranstaltungen

  • Familienbildungsarbeit

  • Soziale Arbeit mit präventivem Charakter sowie empowernden Ansatz

  • Gegenseitige Information über neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Ansätze

  • Schreiben von Pressemitteilungen

  • Organisation gemeinsamer Veranstaltungen und Präsentation der Vernetzung

  • Beratungsangebote

 

Mitgliedschaft

Alle Einrichtungen und Einzelpersonen, die ein persönliches oder professionelles Interesse an dem Thema der Vernetzung haben, können Mitglied werden. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, sollen Vorgehensweisen erarbeitet werden, die es Akteuren außerhalb der Sozialen Arbeit bzw. außerhalb eines professionellen Rahmens erlauben zu partizipieren. Grundlage der Arbeit ist ein aktives Einbringen in die Vernetzung sowie regelmäßige Teilnahme an den Treffen.

Arbeitsorganisation

Im zweimonatlichen Rhythmus finden Netzwerk-Treffen statt. Diese wechseln örtlich zwischen den beteiligten Trägern. Zwischen diesen Treffen findet ein informationeller Austausch über die E-Mail-Liste „Netzwerk für aktive Vaterschaft“ statt.

Das Selbstverständnis kann hier als PDF heruntergeladen werden.